MISCHMASCH

Begegnungen mit Fremdem und Eigenem

Jeden Tag fällen wir Hunderte von Urteilen und Entscheidungen, die meisten davon unbewusst. Wir haben sie gelernt, in unserer Familie, unserer Stadt, unserem Land unserer Kultur. Wir benutzen sie oft unreflektiert und werden dabei tatsächlich vielfach hinters Licht geführt. So sind wir zum Beispiel besessen von Reinheit. Etwas was rein, unverfälscht und klar ist, betrachten wir als Gütesiegel. 

Tatsächlich sind wir eine beständige Vermischung. Selbst in unserem Erbgut lassen sich genetische Spuren finden von Populationen, die nicht einmal zu unserer ureigenen Gattung gehören: das menschliche Genom besitzt Anteile des Neandertalers. Und das heißt, dass sich irgendwann Mensch und Neandertaler sehr viel näher gekommen sein müssen als man geglaubt hätte. Wahrscheinlich wären wir, genetisch gesprochen, ohne das Erbgut der Neandertaler nicht das, was wir heute sind.

Deshalb wollen wir kulturell in unserem Programm eine Bresche schlagen für die Begegnung mit dem anscheinend nicht Zusammengehörigen. Denn nur allzu oft kehrt sich die Ideologie des Reinen gegen das, was eine Kultur, eine Gesellschaft voranbringt. Daraus entstehen viele Fragen: gehört das Fremde wirklich nicht zu uns? Gibt es das Fremde überhaupt? Gehören bestimmte Ansichten, bestimmte Religionen, bestimmte Menschen nicht hierher, beziehungsweise zu uns, andere hingegen schon?

Wir wollen diese Fragen untersuchen an ganz besonders auffälligen Kontrasten, immer auf der Suche nach überraschenden Lösungen, in allen Sparten von Kunst und Kultur. Dabei wollen wir gedanklich und experimentell Grenzen überschreiten und Kontakte untersuchen, die eben nicht offensichtlich, eben nicht klar und eben nicht sofort passend erscheinen.

Und wir wollen nach neuen Wegen suchen, die die der Zukunft Verbindungen ermöglichen, die uns heute undenkbar scheinen. Für einen Blick auf die Welt, die das Vermischte, Verbundene, Verwachsene feiert und nicht das Klare, Eindeutige, Reine.

Thomas Höft

Dramaturg & Autor

LIEBES PUBLIKUM

Sie halten das Programm eines neugeborenen Festivals in der Hand. Über unserer Idee und unserem Ansporn schwebt der Gedanke der Be-gegnung: Scheinbar Unvereinbares trifft sich und lässt Neues und Bereicherndes entstehen. Was unser Programm im Großen widerspiegelt, das haben wir im Kleinen gebildet: Ein Team von Akteuren, die sich auf ganz unterschiedliche Weise um die regionale Kultur bemühen: Ein Café, ein Museum, zwei Kulturstätten und ein Naturschutz-zentrum haben zueinander gefunden, um etwas ganz Neues zu schaffen. Wir freuen uns auf Sie! 

Stellvertretend für alle Beteiligten grüßen herzlich 

Caterina Klusemann (Café Neandertal No. 1) und Bodo Herlyn (Kulturvilla Mettmann)

GRUSSWORT

Der Landrat des Kreises Mettmann

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Schönheit des Tals faszinierte im 17. Jahrhundert nicht nur den Prediger und Kirchenlieddichter Joachim Neander, sondern auch Künstler, Intellektuelle, Wanderer und Literaten. 

In bester Tradition stehen also Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichster Sparten, die im und um das Neandertal beheimatet sind und den Ort zum Zentrum des „ANDERTAL Festivals“ machen. Der Name „ANDERTAL“ assoziiert natürlich sofort die Nähe zum „Neandertal“, lässt aber gedank-lichen Raum für „Andere“ und „Anderes“. Das „Andere“ sind ungewohnte, sinnliche Kunst-Erlebnisse in freier Natur und an verschiedenen Kultur-orten in Mettmann, Erkrath und Hilden. 

Ganz besonders liegt dem Veranstaltungsteam aber die Begegnung mit „Anderen“ am Herzen, mit anderen Menschen unabhängig von Herkunft, Kultur oder persönlichen Voraussetzungen. Ich bin sicher: Beim „ANDERTAL Festival“ werden sich Menschen begegnen und miteinander neue Erfahrungen und intensive Eindrücke teilen.

Mit freundlichen Grüßen

WIR DANKEN

DEN SPONSOREN DES FESTIVALS